Begegnung mit Preußens Königin Luise
Goethe lernte sie als junge Prinzessin kennen und war von ihr bezaubert. Schiller, den sie gern nach Berlin gezogen hätte, war mit seiner Frau und den beiden Söhnen 1804 in Berlin bei ihr zu Gast.
Schön, anmutig, sanft, heiter, natürlich, charmant, ohne Allüren und Dünkel - so wird Königin Luise in der Literatur oft beschrieben. Wer war diese Frau, die freimütig bekannte, nicht zur Königin geboren zu sein, als man sie neben Friedrich Wilhelm III. ihren Mann, auf den preußischen Thron hob - und doch die obliegenden Pflichten so gut versah, dass es ihr über Generationen hinweg Anerkennung und Verehrung eintrug? Über hundert Porträts gibt es von der schönen Fürstin, aber schon die Zeitgenossen beklagten: Wie sie wirklich ausgesehen habe, hielte keines fest. Ähnlich verhält es sich mit dem Bild der Königin in der Geschichte. Es schwankt zwischen extremer Verklärung und völliger Verweigerung einer bedeutenden historischen Rolle.
Die in Thüringen gebürtige Berliner Autorin von Reiseberichten und Feuilletons Renate Hoffmann reiste an verschiedene Orte, die mit Luise in Verbindung stehen, und näherte sich dieser Frau, indem sie aus Briefen und Aufzeichnungen sorgsam rekonstruierte, wie das Leben der Königin verlief. Entstanden ist ein Tagebuch, das Luise nie geschrieben hat.
Die Autorin Renate Hoffmann liest im 200. Todesjahr der Königin im Liebhabertheater Schloss Kochberg aus ihrem Buch „Luise Königin der Preußen".