Glückliches Ereignis oder „Lieben Sie mich, es ist nicht einseitig..."
Dramatisierung des Briefwechsels zwischen Schiller und Goethe
„Lieben Sie mich, es ist nicht einseitig, Goethe". „Ich bin Ihnen nahe mit allem, was in mir lebt und denkt, Schiller". Das sind Grußworte, mit denen Goethe und Schiller ihre Briefe beendeten, ausgewählt aus dem Briefwechsel der beiden und Zeugnis der einzigartigen Freundschaft zweier herausragender Künstler.
Die Theaterproduktion des Liebhabertheaters Schloss Kochberg „Glückliches Ereignis oder Lieben Sie mich, es ist nicht einseitig...", eine ausschließlich auf Originaltexten basierende Dramatisierung des Briefwechsels (Premiere 2006, gefördert vom Thüringer Kultusministerium) gewährt einen Einblick in die Freundschaft zwischen Schiller und Goethe. 2009 erschien zu dieser Produktion eine Doppel-CD bei „Querstand".
„Alle meine Wünsche und Hoffnungen übertraf das auf einmal sich entwickelnde Verhältnis zu Schiller, das ich zu den höchsten zählen kann, die mir das Glück in späteren Jahren bereitete. ...,schrieb Goethe. „Selten ist, dass Personen, die gleichsam die Hälften voneinander ausmachen, sich nicht abstoßen, sondern sich anschließen und einander ergänzen. So verschieden unsere beiderseitigen Naturen auch waren, so gingen doch unsere Richtungen auf Eins, welches denn unser Verhältnis so innig machte, dass im Grunde keiner ohne den andern leben konnte... Und so besiegelten wir...einen Bund, der ununterbrochen gedauert und für uns und andere manches Gute gewirkt hat." Der achtzigjährige Goethe, der den 10 Jahre jüngeren Freund um mehr als ein Vierteljahrhundert überlebte, gab seinen Briefwechsel mit Schiller wie ein gemeinsames Testament heraus, das „unser gemeinsames und unzertrennliches Wirken veranschaulicht und allgemein begreiflich machen" soll, „dass einer ohne den andern nicht zu verstehen ist". (Goethe an Boisserée, 29. 9. 1826).
Die Freundschaft zwischen Goethe und Schiller entstand nach jahrelangem Ringen in langsamer Annäherung. Goethe ging Schiller aus dem Weg. Schiller wünschte sich Goethes Beachtung, wurde aber von dessen Verhalten ihm gegenüber abgestoßen. Anfängliche Vorurteile, Abneigung, misstrauisches Beäugen, eifersüchtige Beobachtung wandelten sich im Dialog in freundschaftliche Zuneigung.
Bei der Textauswahl wurden die grundverschiedenen Persönlichkeiten, Arbeits- Lebens- und Denkweisen Goethes und Schillers deutlich herausgearbeitet, so dass erlebbar wird, wie beide aus ihren verschiedenen Grundpositionen in einen Dialog miteinander traten und einander als Ergänzung respektierten, achteten und liebten. Neben die Auseinandersetzung über philosophische und kunstkritische Fragen und die gegenseitige Werkbetrachtung treten geteilte Alltagssorgen, die Anteilnahme am Schicksal des anderen und Zeugnisse ihres köstlichen Humors.
Glückliches Ereignis oder „Lieben Sie mich, es ist nicht einseitig"
Ausschließlich auf Originaltexten basierende Dramatisierung des Briefwechsels zwischen Schiller und Goethe
Johann Wolfgang von Goethe: Detlef Heintze, DNT
Friedrich von Schiller: Jürg Wisbach, Hess. Staatstheater Wiesbaden
Textauswahl und dramaturgische Bearbeitung : Silke Gablenz-Kolakovic, Jürg Wisbach
Inszenierung: Silke Gablenz-Kolakovic, Detlef Heintze, Jürg Wisbach
Kostüme und Requisiten: Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar
Eine Produktion der Freunde des Liebhabertheaters Schloss Kochberg e. V.
Gefördert vom Thüringer Kultusministerium