Goethe und Frau von Stein - eine Liebe, die heute noch die Gemüter bewegt
Einen der Schwerpunkte im Programm des Liebhabertheaters Schloss Kochberg für 2010 bildet die Liebesgeschichte zwischen Goethe und der Kochberger Schlossherrin Charlotte von Stein, die - wie man an diversen Veröffentlichungen sieht - noch immer die Gemüter bewegt. Dem Thema sind Vorträge, Theaterstücke und Lesungen gewidmet.
Am 24. April führt ein Vortrag in die Geschichte dieser Liebe ein. Niemand ist dazu berufener als der Germanist und Literaturwissenschaftler Professor Dr. Helmut Koopmann, der 2002 sein sorgfältig recherchiertes Buch zum Thema veröffentlichte. (Helmut Koopmann: Goethe und Frau von Stein -Geschichte einer Liebe, Verlag C. H. Beck 2002). Grundlage sind die Briefe Goethes an Charlotte von Stein. Mehr als 1.700 Briefe, Zettelchen und Gedichte - in einer hinreißenden Sprache geschrieben - zeugen von der einzigartigen Liebe zu der Hofdame, die auf die Entwicklung des jungen Goethe einen maßgeblichen Einfluss nahm.
Am 1. Mai steht dann Frau von Steins „Beruf" der Hofdame - einer der wenigen, den eine Dame um 1800 ergreifen konnte -- im Mittelpunkt. Ein mehrteiliges Programm von 15 bis 19.30 Uhr vermittelt einen Einblick in das Leben der höfischen Damenwelt im 18. Jahrhundert. Es beginnt mit einem Vortrag von Dr. Annette Seemann über die „Weimarer Hofdamen der klassischen Zeit", untermalt mit Musik, wie sie die Hofdamen spielten. Dieser Vortrag führt die bereits 2005 begonnene Reihe „Frauenbiographien des 18. Jahrhunderts" fort, die die Freunde des Liebhabertheaters Schloss Kochberg e. V. in Kooperation mit der Gesellschaft Anna Amalia Bibliothek e. V. und Soroptimist International Club Weimar veranstalten. In der Pause können sich die Gäste bei einer „Einladung zum Thee bei Hofe" im Schlossrestaurant mit Gebäck und Getränken nach Rezepten vom Hofkoch der Herzogin Anna Amalia erfrischen. Am Abend folgt ein Einpersonenstück: „Galante Plauderei einer Hofdame bei der Morgentoilette".
Am 19. Juni liest der bekannte Schauspieler Jürg Wisbach aus Goethes Briefen an Charlotte von Stein und lässt seine Zuhörer im Liebhabertheater auf Schloss Kochberg gewissermaßen „durchs Schlüsselloch" auf diese große, bis heute geheimnisvolle Liebe blicken:„Wie freu ich mich, dass ich so bin, dass du mich lieben kannst...".
Peter Hacks schrieb ein Einpersonenstück mit effektvoller Pointe, in dem er Charlotte von Stein ihrem Mann in einer fiktiven Beichte über diese Beziehung berichten lässt. Diese Rolle in all ihren Facetten spielt Regine Heintze am 26. Juni im Liebhabertheater: „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe".
Gelegentlich griff auch Charlotte von Stein zur Feder, um neben ihrer umfangreichen Korrespondenz eigene kleine Theaterstücke zu Papier zu bringen. 1798 schrieb sie das Lustspiel „Neues Freiheitssystem oder die Verschwörung gegen die Liebe". Mit einer Aufführung dieses Stückes durch ein versiertes Laientheater geben die Freunde auf Schloss Kochberg am 17. Juli ein Beispiel für die Pflege des Liebhabertheaters im frühen 19. Jahrhundert.
Am 4. Sept. beleuchtet Bernd Lange die Sicht des Dritten im Bunde, des Ehemanns der Frau von Stein: „Mann von Stein".
24. April 17.00 Uhr (Preis: 14,50 €)
Goethe und Frau von Stein - Geschichte einer Liebe
Professor Dr. Helmut Koopmann
Veranstalter: Freunde des Liebhabertheaters Schloss Kochberg e. V. www.liebhabertheater.com
Weitere Informationen: Vorstandsvorsitzende Silke Gablenz-Kolakovic
vorstand@liebhabertheater.com, Tel.: 03641 / 82 65 38
Kartenreservierung und Verkauf:
Museumskasse Schloss Kochberg, 07407 Großkochberg, Tel.: 036743 / 225 32, Fax: / 20454