Musikalische Rarität im Liebhabertheater Schloss Kochberg
Richard Wagners Salon-Bearbeitung der Donizetti-Oper „La Favorite"
Im Liebhabertheater Schloss Kochberg ist am kommenden Samstag, d. 10. 7., eine musikalische Rarität zu erleben: Richard Wagners Bearbeitung der Donizetti-Oper „La Favorite". Mit seinen nur 75 Plätzen vermittelt das Liebhabertheater Schloss Kochberg authentisch die Atmosphäre der kleinen Theater und Salons im ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert. Richard Wagners Bearbeitung der Donizetti-Oper für zwei Violinen ist ein schönes Beispiel dafür, auf welche Weise die beliebten Opern im 19. Jahrhundert Einzug in die privaten Salons hielten. In seinen Pariser Jahren, als er selbst noch dringend auf derartige Einnahmequellen angewiesen war, bearbeitete der junge Richard Wagner diese hoch dramatische Oper seines damals wesentlich erfolgreicheren Komponisten-Kollegen Donizetti. Wagner war 26-jährig in der Hoffnung auf schnellen Ruhm nach Paris gekommen. Was sich in den folgenden zwei Jahren ereignete, kam jedoch eher einem Desaster gleich. Unglückliche Zufälle und Misserfolge reihten sich aneinander. Richard Wagner musste sich und seine Frau mit Druckkorrekturen und Klavierauszügen über Wasser halten. Ganz Paris überschlug sich damals vor Begeisterung für seinen Kollegen Donizetti. Wagner empfand es zwar als demütigend, die Opern seiner Kollegen zu bearbeiten, war jedoch froh über jeden Auftrag, der die leere Kasse ein wenig füllte.
Der Kontrast zwischen Wagner und Donizetti konnte kaum größer sein. Richard Wagners Bearbeitung von dessen 58. (!) Opernpartitur „La Favorite" für zwei Violinen ist dennoch eine überraschend stimmige, funkelnde Salon-Version der Oper: Ganz Donizetti. Wagner arrangierte ein Miniatur-Hörbuch dieser großen, hochdramatischen Donizetti-Oper, die Mathias Wollong, erster Konzertmeister und Jörg Fassmann, Konzertmeister der Sächsischen Staatskapelle Dresden, brillant interpretieren ( 2005 als CD erschienen bei OEHMS Classics). Michael Dißmeier, Opernregisseur und Chefdramaturg der Opernabteilung am Deutschen Nationaltheater Weimar, hat dazu Texte verfasst, die der Schauspieler Jürg Wisbach liest.
La Favorite
Oper von Gaetano Donizetti
arrangiert von Richard Wagner für zwei Violinen
mit Texten von Michael Dißmeier
Matthias Wollong, Violine (erster Konzertmeister der Sächsischen Staatskapelle Dresden und der Bayreuther Festspiele)
Jörg Fassmann (Konzertmeister der Sächsischen Staatskapelle Dresden)
Sprecher: Jürg Wisbach (Hessisches Staatstheater Wiesbaden)
Das Notenmaterial wird freundlicherweise von Professor Hartmut Haenchen zur Verfügung gestellt
Mit seinen nur 75 Plätzen vermittelt das Liebhabertheater Schloss Kochberg authentisch die Atmosphäre der kleinen Theater und Salons im ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert. Richard Wagners Bearbeitung von Donizettis Oper für zwei Violinen ist ein schönes Beispiel dafür, auf welche Weise die beliebten Opern im 19. Jahrhundert Einzug in die privaten Salons hielten. Der junge Richard Wagner bearbeitete diese hoch dramatische Oper seines zu der Zeit wesentlich erfolgreicheren Komponisten-Kollegen Donizetti in seiner Pariser Zeit, als er selbst noch dringend auf derartige Einnahmequellen angewiesen war. Richard Wagner war 26-jährig in der Hoffnung auf schnellen Ruhm nach Paris gekommen. Was sich in den folgenden zwei Jahren ereignete, kam jedoch eher einem Desaster gleich. Wagner empfand es zwar als demütigend, die Opern seiner Kollegen zu bearbeiten, war jedoch froh über jeden Auftrag, der die leere Kasse ein wenig füllte. Mit seiner Bearbeitung von „La Favorite" hat Richard Wagner eine überraschend stimmige Miniatur-Version der Oper geschaffen: Ganz Donizetti.
Der erste Konzertmeister der Sächsischen Staatskapelle Matthias Wollong und sein Konzertmeister-Kollege Jörg Faßmann haben sich dieses zauberhaften Salon-Stückes angenommen und es bereits 2005 bei OEHMS Classics als CD herausgebracht. Jürg Wsibach vom Hessischen Staatstheater Wiesbaden führt mit Texten von Michael Dißmeier durch das Geschehen der hoch dramatischen Oper.